Zum Schuhplatteln und Dirndldrahn nach Tennessee

25.07.2026 09:47 von Bettina Hanfstingl (1. Gauschriftführerin)

Bericht: Johanna Wagner, 1. Gaudirndlvertreterin

Seit 1986 organisiert der International Folkloric Society Planning Council, eine gemeinnützige Einrichtung in Mufreesboro, einer 150.000 Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat Tennessee, jährlich Festivals für Tanz und Folklore. Ihre Mission: Das internationale Kulturerbe zu fördern und Menschen zusammenzubringen. Diesmal gingen die Einladungen nach Kroatien, Frankreich und nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern, an die Gaugruppe des bayerischen Inngau-Trachtenverbandes.

Von München aus ging es für die 32 Trachtlerinnen und Trachtler in gut zehn Stunden nach Nashville. Die ersten 3 Tage erkundeten die Mitglieder der Gaugruppe die Gegend auf eigene Faust, bevor sie am Sonntag von einem typisch amerikanischen Schulbus nach Murfreesboro gebracht wurden. Am Zielort angekommen wurden sie von der gastgebenden Stepptanzgruppe, den „Cripple Creek Cloggers“, herzlich in Empfang genommen. Für alle teilnehmenden Nationen gab es zum Auftakt eine Willkommensparty, bei der die vier Nationen schon ihre Tänze zeigten und auch die jeweils anderen zum Mitmachen animierte.

Das insgesamt sieben Tage andauernde Festival sah täglich zwei Auftritte in und um Murfreesboro vor.
Vormittags fanden die Aufführung, treu dem gemeinnützigen Gedanken des International Folkloric Council, in einer Kinderbibliothek, Senioren-Treffs oder Seniorenheimen statt. Besonders für die Kinder ein Highlight, die dann auch beim gemeinsamen Auftanz mit der Gaugruppe selbst mittanzen durften. Doch auch die Senioren verfolgten die Auftritte und Erklärungen zu Tracht und Tradition mit regem Interesse und stellten viele Fragen. Die Abendveranstaltungen fanden dann mal in einem Theater, einer Event-Location oder bei einem Brauerei-Fest statt. Und so konnten die Trachtlerinnen und Trachtler auch hier vor einem bunt gemischten Publikum auftreten.

Dass Musik die internationale Sprache ist, die alle Anwesenden verbindet, wurde auch hier schnell wieder sicht- und hörbar. Beim gemütlichen Beisammensein nach den Auftritten wurden die Instrumente nicht gleich wieder verräumt, sondern insbesondere mit den amerikanischen Musikern weitergespielt und gesungen. Sehr zur Freude aller Zuschauer.

Spannend für alle Teilnehmer war es, wie unterschiedlich sich die Tanzformen auf der Welt entwickelt haben. Die Gruppe Lous Cadetouns aus dem Südwesten Frankreichs, tanzten beispielsweise auf Stelzen. Der kulturelle Hintergrund liegt darin, dass ihr Vorfahren Schafhirten waren, die sich so einen besseren Überblick über die Herde verschaffen wollten. Die Tanzgruppe aus Kroatien zeigte ein breites Repertoire an Choreografien aus allen Teilen Kroatiens.

Die Gastgeber kümmerten sich sehr herzlich, damit sich die europäischen Gäste absolut wohlfühlen konnten.
Zweimal waren die insgesamt 32 Mitglieder der Gaugruppe privat zum Essen eingeladen. Ein Mitglied der amerikanischen Tanzgruppe feierte sogar seinen Geburtstag mit Ihnen.
Auch für ein vielseitiges Programm zwischen den Auftritten wurde von den Gastgebern gesorgt. Zu den Highlights zählten sicherlich der Tagesausflug nach Nashville, dem Zentrum der Country Musik mit der Country Music Hall of Fame, sowie die Besichtigung der Jack Daniels Destillerie.

Diese Reise war für alle Teilnehmer eine wohl einzigartige und unvergessliche Erfahrung, über die man noch oft sprechen wird.

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