Plattln und Dirndldrahn

Der Schuhplattler als ganz besonderer Tanz mit Werbecharakter wird vor allem entlang der Alpen in Bayern und Österreich gepflegt.

Seit wann es den Schuhplattler gibt kann man nicht genau sagen, doch bereits 1050 beschreibt ein Tegernseer Mönch namens Froumund in seiner Ritterdichtung „Ruodlieb" einen Tanz, der dem Schuhplattler ähnlich ist.

Auch im 16. und 17. Jahrhundert liest man in verschiedenen Gesetzestexten wie der Polizei-Ordnung von 1535 und dem Maximilianischen Landrecht von 1616 von derlei Tänzen.

Im Jahre 1801 beschreibt Josef Hazzi den Langaus als Vorgänger des Schuhplattler.

Ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts schlossen sich oft die Burschen eines Ortes zu sogenannten Baschen oder Zechen zusammen um einen gemeinsamen Plattler „gleich" zu tanzen. Sie gaben den Plattlern dann meist den Namen ihres Ortes z.B. Haushamer, Reit im Winkler, Ruhpoldinger, usw.

Dokumentiert wurde beispielsweise wie am 15. Juli 1858 die „Miesbacher Zeche" einen Schuhplattler zu Ehren von König Max II aufführte.

Mit der Gründung der ersten Trachtenvereine 1883 übernahmen diese die Pflege des Schuhplattlers.

Im Laufe der Zeit haben sich in verschiedenen Regionen unterscheidliche Stilrichtungen des Schuhplattlers entwickelt. Im Chiemgau entstand ein exakter Stil mit gestreckter Haltung, wohingegen im Oberland dagegen etwas „runder“ geplattelt wird.

Da unser Gauverband genau zwischen diesen Regionen liegt, kamen beide Formen bei uns vor. Unter Gauvorplattler Deingruber wurden diese vereinheitlicht. Seitdem wird bei uns eher nach Art des Chiemgaus geplattelt, der Ablauf entspricht allerdings dem im Oberland.

Bei uns im Gauverband werden folgende Gauplattler einheitlich geplattelt: Rehbacher, Reit im Winkler, Mooswinkler, Sulzbergler, Haushamer, Wendlstoana, Inntaler, Heitauer, Innsbrucker

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Plattler, die teils in den Vereinen unterschiedlich geplattelt werden.

Neben dem Platteln mit den Dirndln hat sich unabhängig davon auch der sogenannte Burschenplatter entwickelt. Von diesen „Marschplattlern" werden z.B. die Amboßpolka, der Langschottisch, die Kreuzpolka und viele andere mehr gepflegt.

Auch entwickeln sich immer wieder neue Plattler und Figurentänze.

Für Fragen zum Sachgebiet könnt ihr Euch gerne an die Gauvorplattler und die Gaudirndlvertreterin wenden.

(Foto: Gerhard Leitsmüller)

1. Gauvorplattler Josef Brem
Chiemseestr. 16
83101 Lauterbach
E-Mail: 1.gauvorplattler@inngau.bayern
Gaudirndlverteterin Veronika Bauer
Tegernseestr. 2
83101 Rohrdorf
E-Mail: gaudirndlvertreterin@inngau.bayern